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Gewichtsreduktionsdiäten

Gewichtsreduktionsdiäten:

Spezielle Kostformen, Ernährungspläne oder Prinzipien zur Reduktion des Körpergewichts. Allen Diäten gemeinsam ist, dass sie versuchen, beim Anwender eine negative Energiebilanz zu erzeugen, d. h., die täglich aufgenommene Nahrungsmenge enthält weniger Kalorien, als der Körper des Anwenders innerhalb von 24 Stunden verbraucht. Dieses Energiedefizit muss der Organismus aus seinen Energiedepots decken, was zur Gewichtsreduktion führt. Grundsätzlich ist dieses Prinzip richtig; dennoch gibt es Probleme bei der Stabilisierung der erreichten Gewichtsreduktion. Bei den meisten Diäten kommt es nur zu einer kurzfristigen Gewichtsreduktion mit anschließender Wiederzunahme - ein Phänomen, das man als Jo-Jo-Effekt bezeichnet. Um eine langfristige Stabilisierung der Gewichtsreduktion zu erreichen, muss der Übergewichtige mithilfe eines entsprechenden Trainings sein Essverhalten umstellen und seine körperliche Bewegung im Alltag steigern (Übergewicht, Gewichtsreduktion). Energie liefernde Stoffe sind (neben Alkohol) Kohlenhydrate, Fett und Eiweiß. So lassen sich verschiedene Diätkonzepte danach klassifizieren, welchen Nährstoff sie besonders betonen. Man kann die Gewichtsreduktionsdiäten in fettreiche, eiweißreiche und kohlenhydratreiche Diäten, kalorienreduzierte Mischkost, Formuladiäten, Blitzdiäten und Trennkost-Diäten einteilen. Etliche dieser Diäten gehören zu den Außenseiterdiäten. Da sie auf Behauptungen basieren, die wissenschaftlich nicht haltbar sind, und meist eine sehr einseitige Ernährung empfehlen, sollten sie nicht über einen längeren Zeitraum hinweg durchgeführt werden.

Die Hauptkomponenten fettreicher Diäten sind fett- und eiweißreiche Lebensmittel wie fettes Fleisch, fetter Fisch, Eier, fetter Käse und andere fettreiche Milchprodukte. kohlenhydratreiche Lebensmittel wie Kartoffeln, Getreideerzeugnisse oder Brot sind entweder gar nicht oder nur in sehr geringer Menge erlaubt. Theoretische Grundlage dieser Diäten bildet die Annahme, dass ein gestörter Stoffwechsel die Ursache für die Entstehung des Übergewichts sei. Mithilfe einer eingeschränkten Kohlenhydratzufuhr lassen sich angeblich diese Störungen beheben und überflüssige Fettreserven mobilisieren.

Zu den fettreichen Diäten gehört z. B. die von dem amerikanischen Arzt Robert C. Atkins entwickelte Atkins-Diät. Nach Dr. Atkins dürfen alle fettreichen Lebensmittel tierischer Herkunft (z. B. Eier, fettreiches Fleisch, Speck, Käse, Sahne) in beliebiger Menge gegessen werden. Dazu gibt es zweimal am Tag Salat. Andere Kohlenhydratquellen (z. B. Vollkornprodukte, Nudeln, Obst, Gemüse, Reis, Kartoffeln und Hülsenfrüchte) sind nicht erlaubt; insbesondere Süßes ist verboten. Die dadurch induzierte Blutzuckersenkung soll viele gesundheitliche Beschwerden einschließlich des Übergewichts beheben. Die gesamte Tagesenergiezufuhr ist nicht beschränkt.

Die Atkins-Diät und andere fettreiche Diäten können für viele Menschen aufgrund ihres extrem einseitigen Speiseplans eine ernsthafte Gesundheitsgefährdung bedeuten. Durch den Kohlenhydratmangel und den Verzehr von großen Mengen tierischer Fette und Purine erhöht sich bei langfristiger Durchführung das Risiko für Stoffwechselentgleisungen, Gichtanfälle und eine Erhöhung der Blutfettwerte. In Einzelfällen können sogar Nierenfunktionsstörungen und Herz-Kreislauf-Probleme auftreten. Negativ ist auch die Tatsache zu bewerten, dass solche Diäten aufgrund ihres geringen Anteils an pflanzlichen Lebensmitteln äußerst ballaststoffarm sind, was bei längerfristiger Durchführung zu Verdauungsproblemen führen kann. Auch eine ausreichende Vitaminversorgung wird bei vielen solchen Diäten - beispielsweise bei der Atkins-Diät - nicht erreicht; Atkins empfiehlt daher die Einnahme von Vitamin- und Mineralstoffpräparaten.

Die Speisepläne eiweißreicher Diäten beinhalten in erster Linie fettarme Eiweißquellen wie z. B. magere Fleisch- und Fischarten, Meeresfrüchte und fettarme Milchprodukte. Dazu darf reichlich Gemüse und Salat gegessen werden. Kohlenhydrat- und fettreiche Lebensmittel stehen nur in kleinen Mengen auf dem Speiseplan. Die Vertreter dieser Diätformen sehen in Kohlenhydraten den Hauptverursacher von Übergewicht, wobei sie v. a. den Einfachzuckern in Süßigkeiten und Weißmehlerzeugnissen die Schuld geben. Sie gehen davon aus, dass es nach dem Verzehr von Kohlenhydraten in der Nahrung im Körper nur zu einer kurzzeitigen Sättigung, schnell zum erneuten Hungergefühl und somit zu einer ständigen, unkontrollierbaren Nahrungsaufnahme kommt.

Zu den eiweißreichen Diäten gehören u. a. die Hollywood-Diät, die Mayo-Diät, die Max-Planck-Diät und die Scarsdale-Diät. Bei der Hollywood-Diät werden viele frische Südfrüchte gegessen; hinzu kommen mageres rotes Fleisch und Salat, Seefisch und Schalentiere. Die Diät stützt sich auf die Behauptung, Nudeln, Kartoffeln und Brot seien verantwortlich für die Entstehung überflüssiger Fettreserven; deshalb werden diese Lebensmittel völlig aus dem Speiseplan verbannt. Damit widerspricht die Hollywood-Diät gesicherten ernährungswissenschaftlichen Erkenntnissen. Der hohe Eiweißverzehr wird mit der Aussage begründet, Fisch, Fleisch und Schalentiere seien die wahren Schlankmacher. Außerdem sollen bestimmte Enzyme der Südfrüchte im Stoffwechsel als so genannte Fatburner (»Fett verbrennende Substanzen«) wirken und damit die Gewichtsreduktion beschleunigen. Dies ist nachweisbar nicht der Fall. Mit der Hollywood-Diät wird viel zu wenig Energie aufgenommen. Dadurch wird die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit beeinträchtigt. Außerdem enthält diese Diät zu wenig Kalzium.

Die Mayo-Diät (Eier-Diät) wurde von Ärzten der berühmten Mayo-Klinik in Minnesota (USA) entwickelt. Hauptbestandteil der Diät sind hart gekochte Eier (bis zu sechs Stück pro Tag). Daneben enthält sie fettarmen Fisch, fettarmes Fleisch und Geflügel, Soja- und Vollkornerzeugnisse, Käse und andere Milchprodukte, Gemüse, Obst und Nüsse. Um einem Vitaminmangel vorzubeugen, sollen zusätzlich Vitaminpräparate eingenommen werden. Kritisch ist der hohe Eierverzehr zu bewerten, über den dem Organismus täglich extrem große Cholesterinmengen zugeführt werden. Dementsprechend erhöht diese Ernährungsform, über eine längere Zeit durchgeführt, das Risiko für die Entstehung einer Hypercholesterinämie. Eine adäquate Nährstoffversorgung ist durch die recht abwechslungsreiche Kost weitgehend gesichert.

Der Urheber der Max-Planck-Diät ist unbekannt; das Max-Planck-Institut distanziert sich entschieden von dieser Diät, die in Form eines fotokopierten Textes in Deutschland schon seit Jahrzehnten im Umlauf ist. Die Diät erlaubt Obst, einige Gemüsearten, Fleisch, Eier und kleine Mengen Milch. Die Unausgewogenheit des Speiseplans führt relativ schnell zu einem Nährstoffmangel, insbesondere bei Kalzium, Jod, Ballaststoffen und essenziellen Fettsäuren. Außerdem birgt der extrem hohe Eiweiß- und Cholesterinverzehr ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Nierenfunktionsstörungen. Das Versprechen, dass bei dieser Diät kein Jo-Jo-Effekt eintritt, ist wissenschaftlich nicht haltbar.

Die Scarsdale-Diät wurde nach der amerikanischen Stadt Scarsdale benannt, wo der Kardiologe Dr. H. Tarnower sie entwickelte. Bei dieser Diät sollen alle Arten von Nahrungsfett absolut vermieden werden. Erlaubt sind fettarme Fleisch- und Fischarten, Shrimps, Geflügel, Soja, fettarme Milchprodukte und Käse. Da zusätzlich auch Vollkorngetreide, Obst und Gemüse bzw. Salat auf dem Plan stehen, sind trotz der eindeutig zu niedrigen Tagesenergiezufuhr keine gravierenden Nährstoffmängel zu befürchten. Allerdings stellt der hohe Eiweiß- und Cholesterinkonsum auf Dauer auch bei dieser Diät ein gesundheitliches Risiko dar. Unrealistisch ist das Versprechen einer Gewichtsreduktion von 10 kg innerhalb von 14 Tagen bei einer Energiezufuhr von 1000 kcal/ 4180 kJ am Tag.

Für Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion bedeutet der enorme Eiweißverzehr bei den eiweißreichen Diäten auf Dauer eine ernst zu nehmende gesundheitliche Gefährdung, da die großen Mengen des harnpflichtigen Eiweißabbauprodukts Harnstoff die Ausscheidungsleistung der Nieren extrem fordern. Das Endprodukt des Purinstoffwechsels kann zu erhöhten Harnsäurespiegeln führen, sodass entsprechend vorbelastete Menschen bei der Durchführung eiweißreicher Diäten vermehrt mit Gichtanfällen rechnen müssen. Für einen Gewichtsverlust sorgt die stark verminderte Gesamtkalorienzufuhr.

Bei den kohlenhydratreichen Diäten kommen hauptsächlich stärkereiche Lebensmittel wie Vollkornerzeugnisse, Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und Kartoffeln auf den Teller. Zusätzlich sind geringe Mengen an fettarmem Fleisch, Geflügel und Fisch erlaubt. Der Fettverzehr ist insgesamt sehr niedrig. Durch ihren hohen Anteil an komplexen Kohlenhydraten und Ballaststoffen sättigen diese Diäten besonders gut. Dadurch erleichtern sie nicht nur das Durchhalten, sondern können auch zur Senkung erhöhter Blutfettspiegel beitragen. Zu den kohlenhydratreichen Diäten gehören die Pritikin-Diät, die Reisdiät und die Kartoffeldiät.

Bei der Pritikin-Diät - benannt nach ihrem Erfinder, dem amerikanischen Ernährungswissenschaftler N. Pritikin - handelt es sich um eine äußerst fett- und eiweißarme, jedoch kohlenhydrat- und ballaststoffreiche Ernährungsweise, bei der Getreideerzeugnisse, Reis, Nudeln, Obst, Gemüse, Salat und Magermilch und ergänzend dazu wenig Fleisch, Fisch und Käse verzehrt werden. Zusätzlich wird ein einfaches Bewegungsprogramm absolviert. Es gibt verschiedene Diätpläne. Der höher kalorische Diätplan deckt den Tagesbedarf an allen wichtigen Nährstoffen mit Ausnahme von Eisen, Kalzium, Jod und den fettlöslichen Vitaminen. Problematisch ist der niedrig kalorische Plan mit nur 650 kcal/2720 kJ am Tag. Bei einer derart niedrigen Energiezufuhr muss mit Beeinträchtigungen der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit gerechnet werden, v. a. wenn gleichzeitig ein körperliches Training stattfindet.

Bei der Reisdiät stehen neben ungeschältem Naturreis als Hauptbestandteil der Nahrung Salat und Obst, Milch und Vollkorngetreide auf dem Speiseplan. Dank seines hohen Gehaltes an Kohlenhydraten und des niedrigen Fettgehalts bietet sich Reis als Basis für eine Gewichtsreduktionsdiät durchaus an. Für eine längerfristige Durchführung der Reisdiät wird der Verzehr von täglich 1200 kcal/5020 kJ und eine Ergänzung der Kost durch Fleisch, Fisch, Geflügel oder Soja empfohlen. Ohne diese Lebensmittel ist die Reisdiät auf Dauer zu einseitig und bietet keine ausreichende Nährstoffversorgung.

Bei der Kartoffeldiät sind jeden Tag 600 bis 1000 g Pellkartoffeln und dazu salz- und fettfrei zubereitetes Gemüse erlaubt. Auf diese Weise werden täglich zwischen 800 und 1200 kcal (3350 und 5020 kJ) aufgenommen. Außerdem darf der Speiseplan alle zwei bis drei Tage durch ebenfalls fettfrei zubereitetes Fleisch, Fisch oder Geflügel ergänzt werden. Die Kartoffel liefert viele Kohlenhydrate, aber auch hochwertiges Eiweiß, B-Vitamine, Vitamin C und - wenn sie als Pellkartoffel zubereitet wird - zudem eine Menge Ballaststoffe. Sie hat einen hohen Sättigungswert und wirkt aufgrund ihres hohen Kaliumgehalts entwässernd. Trotz dieser positiven Eigenschaften sollte die Kartoffeldiät wegen ihrer Einseitigkeit nicht über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden.

Daneben gibt es auch eine Variante der Kartoffeldiät, bei der ausschließlich Kartoffeln verzehrt werden. Diese ist den sehr einseitigen Monodiäten zuzuordnen, die auf S. 287 besprochen werden.

Der Nachteil aller kohlenhydratreichen Diäten ist die Einseitigkeit der größtenteils pflanzlichen Ernährung, die oft keine optimale Eiweißversorgung ermöglicht. Bei langfristiger Durchführung drohen v. a. eine Unterversorgung mit Eisen und Kalzium sowie ein Mangel an essenziellen Fettsäuren und fettlöslichen Vitaminen. Außerdem verursacht die plötzliche Umstellung auf eine Kostform mit ungewohnt hohem Ballaststoffanteil bei vielen Menschen Blähungen (Ballaststoffe). Der mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretende Gewichtsverlust wird durch den geringen Fettverzehr und eine insgesamt niedrige Energiezufuhr bewirkt. Diäten, die auf dem Prinzip einer kalorienreduzierten Mischkost beruhen, orientieren sich im Wesentlichen an den Empfehlungen für eine vielseitige ausgewogene Ernährung, deren Gesamtenergie zu 30% aus Fett und zu über 50% aus Kohlenhydraten stammt. Das bedeutet, dass grundsätzlich alle Speisen erlaubt sind, die sich durch einen begrenzten Energiegehalt und eine ernährungsphysiologisch günstige Kombination auszeichnen, d. h. eine Kombination der Lebensmittel dergestalt, dass der Bedarf an allen essenziellen Nährstoffen gedeckt werden kann. Ziel dieser Diäten ist ausdrücklich nicht nur eine gesunde und leistungserhaltende Gewichtsreduktion, sondern auch die Erhaltung des verringerten Gewichts auf lange Sicht. Sofern man bei der Durchführung für genügend Abwechslung im täglichen Speiseplan sorgt, sind die meisten dieser Diäten für eine Gewichtsreduktion erfolgversprechend. Der Gewichtsverlust, der sich meist relativ langsam einstellt, ist das Resultat der verminderten Energiezufuhr und des niedrigeren Fettverzehrs.

Zu den Diäten auf Basis einer kalorienreduzierten Mischkost gehören z. B. das Gewichtsreduktionsprogramm der Weight Watchers, die fettarme Ernährung, die Brigitte-Diät und die Punkte-Diät.

Bei der fettarmen Ernährung ist keine Einschränkung der Kalorienzufuhr vorgegeben. Die einzige Vorgabe lautet: »nicht mehr als 30 g Fett am Tag«. Bei stark übergewichtigen Menschen wird der Fettverzehr noch weiter eingeschränkt: Sie sollen nicht mehr als 15 g Nahrungsfett täglich zu sich nehmen, aber auch nicht weniger. Um eine ausreichende Sättigung sowie eine gute Nährstoffversorgung zu erreichen, verwendet man bevorzugt fettarme und kohlenhydratreiche Lebensmittel - Getreideerzeugnisse, Brot, Nudeln, Reis, Frischobst und Gemüse - sowie fettarme Fleischsorten und Milchprodukte. Alkohol ist in beschränktem Maß erlaubt. Die fettarme Ernährung hat gegenüber vielen anderen Diätprogrammen den großen Vorteil, dass sie ohne rigide Verbote funktioniert (rigide Kontrolle, flexible Kontrolle) und daher langfristig gute Aussichten für eine Gewichtsreduktion bietet. Sie ermöglicht eine dauerhafte Ernährungsumstellung. Eine negative Energiebilanz (Energiezufuhr geringer als -verbrauch) ist allerdings auch bei dieser Kostform unumgänglichDen Hauptbestandteil der Brigitte-Diät bilden pflanzliche Lebensmittel, v. a. Getreide und Brot, Nudeln, Reis, Hülsenfrüchte sowie Obst und Gemüse. Hinzu kommen fettarme Eiweißlieferanten wie mageres Fleisch, Geflügel, Milch und Milchprodukte. Es gibt verschiedene Diätpläne (von 1000 kcal/4180 kJ bis 1500 kcal/6280 kJ am Tag). Der gesundheitlich günstigste ist der Tagesplan mit der höchsten Energiezufuhr; er kann zur schonenden Gewichtsreduktion auf Dauer empfohlen werden. Beim 1000 kcal/4180 kJ-Plan kann die Versorgung mit Eisen, Kalzium und Jod kritisch werden.

Die Punkte-Diät (Punkt-Diät, Nutripoints) wurde von den amerikanischen Ernährungswissenschaftlern Dr. R. E. Vartabedian und K. Matthews entwickelt. Sie ordneten allen Lebensmitteln je nach ihrer Nährstoffdichte eine bestimmte Punktzahl zu. Statt eines Diätplanes gibt es eine Vielzahl spezieller Listen, in denen Lebensmittel nach ihrer Punktzahl aufgeführt sind. Prinzipiell sind also alle Lebensmittel erlaubt. Beim Verzehr müssen nur die Punkte gezählt werden. Das Ziel sind 100 Punkte am Tag. Grundsätzlich gilt: je mehr Punkte, desto besser. Auf diese Weise werden fett- und zuckerreiche Speisen wegen ihrer geringen Punktzahl uninteressant, Obst und Hülsenfrüchte aber umso attraktiver, da deren Punktzahl kaum zu überbieten ist. Mit dem Erreichen dieser Zahl ist die Deckung des Tagesbedarfs an wichtigen Nährstoffen weitestgehend gesichert. Einziger Nachteil der Punkte-Diät ist der hohe zeitliche Aufwand. Darin besteht aber gleichzeitig auch der große Vorteil, denn mit dem zeitaufwendigen Durcharbeiten der Listen kommt es oft zu einer Änderung der bisherigen Ernährungsgewohnheiten. Formuladiäten (Formeldiäten) nutzen keine üblichen Lebensmittel, sondern spezielle Nährstoffgemische, wie sie auch im Rahmen bilanzierter Diäten eingesetzt werden. Diese Pulver werden mit Wasser oder Magermilch angerührt und sind als Drinks, Cremespeisen oder Suppen verzehrfähig. Mit dieser Pulverkost werden alle Mahlzeiten vollständig ersetzt. Ihre Zusammensetzung (»Formel«) unterliegt einer gesetzlichen Regelung der Diätverordnung, die u. a. festlegt, dass eine Tagesration 1200 kcal/5020 kJ nicht überschreiten darf. Vorteile dieser Diätform sind die einfache und bequeme Durchführung, die Sicherung einer ausreichenden Nährstoffzufuhr durch die vorgeschriebenen Inhaltsstoffe und der schnell eintretende Gewichtsverlust. Nachteilig ist der eintönige Speiseplan, der ohne ein gleichzeitiges Ernährungstraining keine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten für einen langfristigen Erfolg sicherstellt. Aufgrund des fehlenden Lerneffekts ist eine erneute Gewichtszunahme nach der Diät sehr wahrscheinlich. Optimal geeignet sind Formuladiäten für schwerere Formen der Fettleibigkeit, wenn sie in ein umfassendes Verhaltenstraining eingebunden sind, wie dies u. a. in den OPTIFAST-Zentren angeboten wird.

Die meisten Blitzdiäten (Crashdiäten, Crashkuren) sind im ernährungswissenschaftlichen Sinn den Monodiäten zuzuordnen, d. h., bei ihnen stehen ausschließlich ein oder zwei verschiedene Lebensmittel auf dem Speiseplan. Begründet wird die Einseitigkeit dieser Kost mit angeblich gesundheits- oder schlankheitsfördernden Wirkungen spezieller Inhaltsstoffe dieser Lebensmittel. Beispiele für Monodiäten sind der Reistag, die Milch-Brötchen-Diät, die Kartoffeldiät usw. Solche Diäten sollten keinesfalls über längere Zeit durchgeführt werden; andernfalls besteht die ernsthafte Gefahr einer Entstehung von Stoffwechselerkrankungen und Mangelerscheinungen. Zwar ist der »Erfolg« bei diesem Diättypus in den meisten Fällen sehr schnell auf der Waage festzustellen, die Gewichtsreduktion beruht jedoch zumeist auf eher kurzfristigen Wasserverlusten aufgrund der katabolen Stoffwechsellage: Die Stoffwechselbilanz ist negativ, d. h., es wird mehr ab- als aufgebaut, und zwar neben Fett auch Eiweiß (Eiweiß bindet mehr Wasser als Fett).

Auch das Prinzip der Trennkost wird zur Gewichtsreduktion eingesetzt. Nach der Theorie des amerikanischen Arztes Dr. Howard Hay (1866-1940), auf der alle Trennkost-Diäten basieren, behindern sich eiweißreiche (säurebildende) und kohlenhydratreiche (basenbildende) Lebensmittel gegenseitig beim Abbau, sofern sie gleichzeitig aufgenommen werden. Darauf führte Hay die Entstehung von Verdauungsstörungen und Übergewicht zurück. Die Speisepläne der Trennkost beinhalten grundsätzlich alle Lebensmittel einer gesunden und ausgewogenen Ernährung mit der Einschränkung, dass eiweißreiche und kohlenhydratreiche Lebensmittel zeitlich getrennt aufgenommen werden müssen. Zudem liegt der Schwerpunkt auf pflanzlichen (basenbildenden) Lebensmitteln; der Verzehr säurebildender eiweißreicher Lebensmittel ist eingeschränkt. Dadurch soll eine »Übersäuerung« des Körpers verhindert werden, auf die Hay die Störungen im Stoffwechsel zurückführt. Stark verarbeitete Lebensmittel wie Weißmehl und Zucker, Fertiggerichte, Süßigkeiten und Fettreiches sind nur in äußerst geringen Mengen erlaubt. Auch Alkohol ist verboten.

Der aktuellste Vertreter der Trennkost-Diäten ist die Fit-for-Life-Diät. Entwickelt wurde dieses Ernährungsprogramm in den USA von dem Schriftsteller Harvey Diamond und der Ernährungswissenschaftlerin Marilyn Diamond; es basiert aber im großen und ganzen auf der jahrzehntealten Trennkost-Theorie nach Dr. Hay. So soll Kohlenhydratreiches am Vormittag und Mittag, Eiweißreiches erst abends gegessen werden. Zudem gibt es bis zum Mittag nur Obst. Der größte Teil der Nahrung (70%) muss stark wasserhaltig sein, also aus Obst, Gemüse und Salat bestehen. Nach dem Mittagessen sind dann ohne Mengenbeschränkung Gemüse, Hülsenfrüchte, Milch- und Vollkornprodukte (z. B. Naturreis und Vollkornnudeln), aber auch Fleisch und Fisch erlaubt. Durch diese Kostform sollen Körper und Geist neue Energie auftanken. Der Gewichtsverlust, der sich bei dieser Diät mit hoher Wahrscheinlichkeit einstellt, ist eher ein Nebeneffekt und Folge des verminderten Energie- und geringeren Fettverzehrs. Das »Fit-for-Life«-Prinzip ermöglicht eine ausgewogene und abwechslungsreiche Kost, sodass kein Nährstoffmangel zu befürchten ist. Ein Problem besteht möglicherweise darin, dass vormittags durch den ausschließlichen Verzehr von Obst zu wenig Kohlenhydrate aufgenommen werden, was zu Leistungs- und Konzentrationsschwäche führen kann.

Die Trennkost-Theorie entbehrt jeglicher wissenschaftlicher Grundlage. Keine der Behauptungen ihrer Verfechter lässt sich biochemisch auch nur annähernd rechtfertigen. Die These von der Übersäuerung ist angesichts der vielfältigen und leistungsfähigen Puffersysteme im menschlichen Organismus nicht haltbar (Säure-Basen-Haushalt). Dass trotzdem viele Menschen mithilfe dieser Diätform abnehmen, liegt am hohen Anteil energie- und fettarmer Lebensmittel und an dem Verzicht auf Fettes, Süßigkeiten und Alkohol. Die Trennkost würde somit auch bei einem Verzicht auf ihr Grundprinzip - die zeitliche Trennung eiweiß- und kohlenhydratreicher Lebensmittel - zu einer Gewichtsreduktion führen.

Auch Fastenkuren werden häufig zur Gewichtsreduktion eingesetzt. Beim Fasten wird der schnelle Gewichtsverlust durch die sehr negative Energiebilanz hervorgerufen. Mit Fastenkuren allein lässt sich jedoch aufgrund der fehlenden Ernährungsumstellung und des anschließend eintretenden Jo-Jo-Effekts kein dauerhafter Gewichtsverlust erzielen.

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